Untersuchungen zum Stellenwert der Sentinel Lymphonodektomie bei Karzinomen des Pharynx und Larynx1
Annotatsiya
Hintergrund: Die Therapie des klinisch vermuteten N0-Halses bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der oberen Luft- und Speisewege wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach einer Übertragbarkeit des in anderen Bereichen der Onkologie intensiver untersuchten sog. Sentinel-Node-(SN)Konzeptes auch auf die HNO-Heilkunde. Methoden: Es wurden neun nicht voroperierte Patienten (Karzinomlokalisation: 4 × Oro- und 2 × Hypopharynx, 3 × Larynx) untersucht. Nach B-Mode-Sonographie und CT bestand bei 5 Patienten der Verdacht auf das Vorliegen eines N0-Halses und bei 4 Patienten auf einen N+-Hals (2 × N1, 2 × N2c). Im Anschluß an die intraoperative Detektion des SN mittels einer Gamma-Sonde nach Applikation von 99mTc-Nanokolloid erfolgte die histologische Aufarbeitung des SN und des Neck-dissection-(ND)Präparates. Ergebnisse: Intraoperativ wurde bei 7 der 9 Patienten ein SN identifiziert. Unter den 5 Patienten mit klinisch vermutetem N0-Hals lag bei 4 Patienten auch histologisch keine lymphogene Metastasierung vor, während der SN bei dem fünften Patienten eine Metastase (pN1) enthielt. Bei den beiden anderen Patienten mit klinischem N1-Hals waren SN und ND in einem Fall tumorfrei, in dem anderen Fall wies der SN die einzige Metastase auf. Bei beiden Patienten mit klinisch vermutetem und histologisch bestätigtem N2c-Hals mit perinodalem Wachstum war intraoperativ keine intranodale Radiopharmakonanreicherung detektierbar. Schlußfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung deuten auf eine Eignung der Sentinel Lymphonodektomie auch im Gebiet der HNO-Heilkunde hin. Vor der klinischen Umsetzung des hiermit verbundenen Behandlungskonzeptes sind verschiedene Fragestellungen zu bearbeiten, u. a. zur topographischen Nähe von Injektionsort und Lymphknoten und zu einer möglicherweise von der intranodalen Metastase ausgehenden Beeinflussung der Traceraufnahme.